Besitze nur das, was du brauchst, benutzt oder liebst!

Der Wohnraumbedarf steigt von Jahr zu Jahr. Wir besitzen nun mal immer mehr, daher ist es ganz natürlich, dass auch der Bedarf an Fläche & Möbeln steigt. Im Schnitt hat jeder Deutsche 10.000 Dinge. Viele Dinge davon nehmen jedoch nur Fläche in Anspruch und werden nie benutzt oder angesehen. Kennst du das, wenn du einmal tiefer in einen Schrank oder eine Schublade schaust und Dinge findest, die du längst vergessen hast? Ich nenne es „Shoppen gehen im eigenen Schrank“.

Gerne denke ich an meine Großeltern. Sie hatten gefühlt immer Zeit für mich. Über 50 Jahre lebten sie in ihrer 62 qm Wohnung. Dort haben sie 3 Kinder großgezogen & große Feiern (wie Polterabende, Jubiläen) gefeiert. Als Enkelkind war ich oft zu Besuch. Es hat mir an nichts gefehlt & als Kind erschien mir natürlich alles groß. Meine Großeltern waren nie gehetzt. Sie hatten ihr Tun, aber dann war anschließend auch genügend Zeit für das Nichtstun. Manchmal hörten wir Abends nur eine Schallplatte (Peter Frankenfeld 😉 ) oder wir spielten Karten. Nachdem beide verstorben sind, ging die Nachlassverwaltung relativ schnell. Alles war sortiert & übersichtlich. Über die vielen Jahre hatte sich erstaunlich wenig angesammelt. Und dennoch war schnell klar, dass wir selbst von den wenigen Dingen nur ein paar ausgewählte Erinnerungsstücke behalten würden.

Mehr Fläche pro Person & mehr Dinge erfordern mehr Zeit diese auch zu pflegen und zu erhalten. Klar wirst du jetzt denken. Hast du die Zeit, machst du es gerne oder bist du ständig in Zeitnot? Wenn letzteres zutrifft, helfen dir folgende Fragen. Wie viel Platz & wie viele Dinge brauchst du, um glücklich zu sein? Das ist sicherlich am Anfang schwierig zu beantworten. Welche deiner Besitztümer machen dich glücklich & welche erinnern dich unbewusst an Sachen, an die du nicht mehr erinnert werden möchtest? Was hebst du nur für den „vielleicht-brauche-ich-das-nochmal“-Fall auf? Wie lange hast du es schon nicht mehr gebraucht & wird der Fall in naher Zukunft eintreten? Was sagt dein Bauchgefühl? Ich weiß, es hat einmal Geld gekostet. Das ist eine Weile her und schon lange wieder im Wirtschaftskreislauf.

Es muss nicht gleich ein Großprojekt „Aussortieren“ sein. Wenn du es dir zur Gewohnheit machst jede Woche eine Schublade oder einen Schrank durchzuschauen bzw. Dinge, die dich stören, sofort auszusortieren, wenn du sie siehst, dann wirst du in wenigen Wochen viel erreichen. Du wirst dich freier fühlen, mit jedem Stück das geht. Dinge, die du sowieso nicht benutzt, gebraucht oder geliebt hast! Aber Vorsicht! Wichtiger Hinweis! Sortiere nur DEINE Sachen aus! Jeder ist für seine Besitztümer selbst verantwortlich & hat eine eigene emotionale Bindung zu jedem Stück. Das gilt es zu respektieren.

Ich wünsche dir viel Spaß beim Aussortieren, an der Optimierung deines Wohnraumbedarfs & freue mich über deine Erfahrungen und Ideen zum Thema in den Kommentaren zu lesen.

Entspannte Grüße
Nadine