Dinge dürfen auch liegen bleiben!

Wir sind mittlerweile so umgepolt, dass wir denken alles braucht unsere sofortige Aufmerksamkeit. Jeder muss sofort auf unsere Bewegungen reagieren und wir auf seine. Dinge müssen sobald gedacht auch gekauft, gegoogelt oder getan werden. Das ist spannend, interessant & unterhaltsam. Es ist schön, dass jede Information dank des Smartphones sofort und überall verfügbar ist. Wie wichtig ist die Information für uns und wie lange können wir uns daran erinnern? Es ist schön, dass jeder kleine Wunsch dank schnellen Lieferservices sofort erfüllt werden kann. Wie groß ist doch die Freude beim Bestellen und ist die Freude beim Öffnen des Päckchens genauso groß wie erhofft? Das Leben setzt sich privat wie beruflich vermehrt aus vielen kleinen Instant-Momenten zusammen.

Was ist aus den Einkaufszetteln geworden, dem Ablagekörbchen für Sonntag, dem Wunschzettel und die Vorfreude darauf, den Nachmittagen an denen Post von Freunden mit einem Lächeln gelesen und umfassend beantwortet wurde? Genauso kann man das auf die Arbeit übertragen. Was ist aus dem Arbeiten ohne Unterbrechung eines piependen Telefons geworden? Muss wirklich jeder Gedanke sofort in eine E-mail oder WhatsApp oder ähnliches geschrieben werden?

Trauen wir uns selbst zu entscheiden, wann wir Dinge angehen und uns Dingen widmen. Lassen wir Dinge auch mal liegen, sammeln Ideen oder Wünsche. Schalten wir Unterbrechungen aus und widmen uns den Dingen mit unserer ganzen Aufmerksamkeit. Die Welt wird in der Zeit nicht untergehen. Studien belegen, dass ein Rhythmus von 45 Minuten Konzentration gefolgt von einer kurzen Pause sehr produktiv sind. Wie wär’s? 45 Minuten im Tun versinken. Das Außen aus & rein in den Flow.