Lesezeit: 3 Minuten
[Autorin: Nadine Hirte]
🎧 Podcast-Folge am Ende

Hinweis: Ich ersetze keine rechtliche Beratung – alle Angaben ohne Gewähr. Mein Ziel ist es, scheinbar komplexe Dinge einfach zu erklären.


Bist du jedes Jahr aufs Neue auf der Suche nach deinen Unterlagen für die Steuererklärung & hast jedes Jahr das Gefühl, dass irgendetwas fehlt? Mit einer Steuer-Checkliste wird es leichter!

Steuer-Checkliste

Im folgenden Artikel erfährst du
⭐worauf du bei der Steuer unbedingt achten solltest,
⭐welche Unterlagen wichtig sind,
⭐wie du die Unterlagen am Besten ordnest,
⭐was ich alles ansetze & wie ich so das meiste raushole (zu hören in der Podcast-Folge am Ende)

Am Ende des Artikels findest du die kostenlose Steuer-Checkliste zum Herunterladen & Ausdrucken.

Steuer – gut zu wissen

Wusstest du, dass jeder Deutsche im Durchschnitt knapp 1.000 Euro vom Finanzamt (der Steuer) wiederbekommt? Ok, ok – es kann sein, dass du nur 200 bekommst, dein Nachbar aber 1.800 Euro – und schon seid ihr zusammen im Durchschnitt. Dennoch!

Hole das Meiste für dich heraus! Feilsche um jeden Euro.

Am einfachsten ist es, wenn die Unterlagen für die Steuererklärung das Jahr über an einer Stelle gesammelt werden. Dafür reicht ein einfaches Ablagekörbchen, eine Box oder ein Ordner. Alles, was mit „Für das Finanzamt“ gekennzeichnet ist oder auf deiner Steuer-Checkliste steht, wird dort gesammelt.

Für die Steuerklärung wird immer die Lohnsteuerbescheinung vom Arbeitgeber & die persönliche Steuer-Identifikationsnummer benötigt. Auf der Lohnsteuerbescheinigung ist ersichtlich, wie viel Steuer dein Arbeitgeber schon (für dich) ans Finanzamt ans überwiesen hat. In der Regel ausreichend genug, denn dein Arbeitgeber weiß nicht, was du am für das Jahr alles beim Finanzamt anrechnen kannst. Er kennt deine finanziellen Sonderbelastungen nicht.

Daher liegt es zum Jahresanfang an dir, dir (von den ausreichenden Zahlungen deines Arbeitgebers ans Finanzamt) Geld wiederzuholen. Das klappt, indem du so viele Ausgaben wie möglich beim Finanzamt einreichst. Sei clever & reiche alles ein, wofür du Geld wiederbekommen kannst. Das machst du indem du darlegst, wie dein Gehalt/Lohn dir durch Ausgaben:

  1. für die Arbeit (1),
  2. bestimmte private Sonderausgaben (2) &
  3. außergewöhnliche Belastungen (3)

durch die Finger geronnen ist. Und darauf sollten doch bitte nicht noch Steuern gezahlt werden. 

Das kannst du ansetzen

Was kann ich alles von der Steuer absetzen?

Es können 3 Arten von Ausgaben beim Finanzamt eingereicht werden, um die Steuerzahlungen nachträglich zu reduzieren, sprich Geld zurück zu bekommen. Es sind

  • berufliche Ausgaben ( 1 – Werbungskosten) &
  • finanzielle Sonderbelastungen ( 2 – Sonderausgaben, 3 – außergewöhnliche Belastungen).

Die Ausgaben müssen mit Belegen nachgewiesen werden.

1 – Werbungskosten

Werbungskosten sind Ausgaben, die durch deine Arbeit, d.h. durch den Erwerb deines Einkommens, entstanden sind.

Es gibt für jeden Arbeitnehmer eine Pauschale (1.000 Euro für Singles / 2.000 Euro Ehepaare).

Tipp: Versuche über die Pauschale zu kommen, denn die Pauschale wird sowieso/automatisch angesetzt.

  • Fahrtkosten
  • Arbeitskleidung (Kauf + Reinigung)
  • Büromaterial, Fachliteratur
  • Arbeitszimmer
  • Computer
  • Bewerbungskosten
  • Umzugskosten
  • Weiterbildung
  • Kontoführungsgebühr
  • Beiträge Berufsverbände (Gewerkschaft, Handwerkskammer, etc.)

2 – Sonderausgaben

Sonderausgaben sind bestimmte Ausgaben der privaten Lebensführung.

Hier ist die Pauschale mit 36 / 72 Euro (Single / Ehepaare) sehr gering.

Hinweis: An der Stelle kann viel rausgeholt werden, wenn du hier viele Ausgaben nachweisen kannst.

  • Vorsorgeaufwendungen:
    • Kranken- & Pflegeversicherung
    • Altersvorsorge (gesetzlich, privat)
    •  Arbeitslosenversicherung
    •  Haftpflicht-, Unfallversicherung
  • Andere:
    •  Riester-Rente (Anlage AV)
    •  Unterhaltsleistungen an Ex-Partner
    •  Kirchensteuer
    • Erst-Ausbildung (Studenten, Azubis)
    •  Kinderbetreuungskosten
    •  Spenden

3 – außergewöhnliche Belastungen

Außergewöhnliche Belastungen sind bestimmte finanzielle Belastungen, die jeder bis zu einem bestimmten Betrag selbst tragen muss.

Erst wenn die Ausgaben hier einen „außergewöhnlichen“ (hohen) Betrag übersteigen, zählen sie in der Steuererklärung. Diese sogenannte zumutbare Belastung wird individuell berechnet. Sie ist abhängig vom Familienstatus & Einkommen und beträgt zwischen 1-7% des Jahreseinkommens. Genaueres zur Berechnung wird sehr schön auf dem Taxfix-Blog erklärt.

Tipp: Es lohnt sich Ausgaben in 1 Jahr zu legen – wenn möglich! Der Zahlungstag ist entscheidend. Bspw. wenn du schon die Zähne hast machen lassen, lege dir gleich noch eine neue Brille zu oder eben das, was du sonst ggf. auf den Anfang des kommenden Jahres gelegt hast. Wichtig ist der Zeitpunkt der Zahlung. Die Zahlungen müssen alle in dem einen Jahr sein, um die Grenze zu überspringen.

  • Krankheitskosten:
    •  Kur
    •  Zuzahlungen Medikamente
    •  Brille, Hörgerät, etc.
  • Wiederbeschaffungskosten:
    •  Brand
    •  Hochwasser
  • Bestattungskosten:
    •  für Angehörige, wenn von dir bezahlt

⬇⬇⬇ Kostenlose Steuer-Checkliste

Buchempfehlung

Und für alle, die mehr wissen wollen, empfehle ich auch gerne den KONZ – 1000 ganz legale Steuertricks. Dort findest du weitere Ausgaben, die du ansetzen kannst, mit vielen Beispielen.

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Im Podcast OrdnungHOCHzwei sprechen Julia & ich in Folge #12 darüber, wie wir die Steuererklärung machen & worauf wir dabei achten.

Und wenn du jetzt Lust hast das meiste für dich rauszuholen & die Steuererklärung selber zu machen, dann lies gerne hier mal rein: Steuererklärung einfach selber machen – so geht’s

Ich wünsche dir eine großartige Steuererstattung,
Deine Nadine

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Ich bin die Gründerin von Entspannte Ordnung! Mehr als 10 Jahre habe ich Buchhaltungs- & Controlling-Prozesse in deutschen sowie internationalen Unternehmen optimiert. Danach habe ich das System des Master-Ordners entwickelt. Damit kann jeder in seinem Tempo seinen Papierkram organisieren. Das System ist einfach & für jedermann geeignet. Mehr zu mir… >>>

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Steuer-Checkliste - das kannst du von der Steuer absetzen