Lesezeit: 4 Minuten
[Autorin: Nadine Hirte]

Finanzielle Notlage überbrücken

Eine private finanzielle Notlage kann uns Alle treffen. Aus den verschiedensten Gründen. Genau dann, wenn das Einkommen auf einmal geringer ist als die Ausgaben (Lebensstandard). Vor ein paar Jahren war ich in einer solchen finanziellen Notlage & habe binnen kürzester Zeit meine Ausgaben um 40% reduziert, um diesen Engpass zu überstehen.

Dabei rede ich nicht von Maßnahmen oder Tipps wie: „Verzichte auf den Coffee-to-go“, „Gehe nicht hungrig einkaufen“, o.Ä. Im folgenden Artikel erfährst du…

  • was ich getan habe & zusätzlich empfehle
  • wie du Geld sparen kannst, aber auch, wie du Geld flüssig machen oder erhalten kannst
  • wie du einen Überblick über deine Finanzen bekommst (kostenlose Vorlage zum Download)

Geld einsparen – Ausgaben reduzieren

Private Altersvorsorge pausieren

Private Altersvorsorgeverträge kann man unter Umständen für einen längeren Zeitraum pausieren. Das wird auch „Beitragsferien“ genannt. In dieser Zeit zahlst du keine Beiträge & hast dadurch keinerlei Nachteile. Am besten mit deinem Finanz-/Versicherungsmakler oder dem Versicherer selbst klären & einen einfachen Zweizeiler dazu verfassen.

Kreditrückzahlung pausieren

Ähnlich wie bei der Altersvorsorge gibt es das auch für Kredite. Auch hier am Besten mit dem Kreditinstitut oder dem Finanzmakler sprechen. Während bei der Altersvorsorge die Beiträge nicht nachgezahlt werden müssen, muss der Kredit am Ende selbstverständlich komplett zurückgezahlt werden. Das heißt, dass sich entweder die Kreditlaufzeit verlängert oder Sonderzahlungen bzw. höhere Zahlungen geleistet werden müssen.

Zahlungen schieben

Ähnlich wie bei den ersten beiden Optionen kannst du dich fragen, welche Zahlungen geschoben werden können. Welche Zahlungen kannst du vielleicht in ein paar Wochen tätigen. Bei welchen deiner großen Kostenblöcke kannst du um Aufschub bitten? Das heißt zwar nicht, dass du die Beträge nicht irgendwann noch zahlen musst, aber eben nicht in Zeiten der finanziellen Notlage.

Verträge/Abos kündigen

Alles, was nicht zum Leben notwendig ist, kann gekündigt werden. Bspw. habe ich damals meinen Fitnessstudio-Vertrag, diverse Abos für Bücher, Hörbücher, etc gekündigt. Und wenn der finanzielle Engpass vorbei ist, kann alles wieder neu abonniert werden… falls es dann überhaupt noch gebraucht wird.

Tägliche Ausgaben reduzieren

Ich hatte mir in der Zeit vorgenommen, dass ich jeden Tag maximal 10 Euro ausgebe. Sprich: für eine Bahnfahrkarte, Essen, was ich unterwegs kaufe oder Eintritt. Alles, was so nebenbei zusammenkommt & was ich gerne unter der Ausgabenposition „CASH“ zusammenfasse. Ich kann dir sagen, dass das mit den 10 Euro gar nicht so einfach war. Und 10 Euro pro Tag sind einfach mal ca. 300 Euro pro Monat.

Alles nutzen, was du hast

Bis zu dem Zeitpunkt, wo ich den Gürtel enger schnallen musste, war ich ein Konsumjunkie. Nichts war vor mir sicher. Ich habe alles gekauft! So ungefähr jedenfalls. Ich habe die schwierige Zeit auch genutzt um auszusortieren & aufzuräumen. Dabei habe ich erkannt, wie unglaublich viel ich besitze. Genug von ALLEM! Mittlerweile zählt shoppen nicht mehr zu meinen Hobbies – YEAH! Ich kaufe, was ich wirklich brauche & oft auch gebraucht (bspw. kürzlich mein Smartphone, Tablet). Das hat sich richtig gut auf meine Finanzen ausgewirkt.

Geld/Unterstützung erhalten

Steuererklärung machen

Wenn du jedes Jahr Geld von der Steuer zurückbekommst, wäre jetzt die richtige Zeit, um die Steuererklärung einzureichen. Auch wenn die Bearbeitung und Zahlung einen Moment dauern wird, so ist doch zu mindestens Geld in Sicht. (mehr dazu: Steuererklärung einfach selber machen – so geht’s)

Verkaufen

Das habe ich im großen Stil gemacht. Sicherlich geht das nicht immer. Aber mir hat es damals sehr geholfen auszusortieren, mich von Dingen zu trennen & alles, was noch gut erhalten war, auch zu verkaufen. Das fing an bei gebrauchter Technik (momox, rebuy), Bücher (rebuy), Klamotten (Kleiderkreisel, Facebook) & vieles anderen Dingen (ebay Kleinanzeigen). Die Aufzählung der Anbieter ist nicht vollständig. Es ist auch keine Werbung, denn es gibt noch zahlreiche andere Anbieter. Ich möchte dir nur ein paar Impulse geben, wenn du anfängst nach Verkaufsplattformen zu suchen.

Nebenbei arbeiten/aushelfen

Vielleicht gibt es die Möglichkeit wenige Stunden irgendwo zu arbeiten oder auszuhelfen. Das ist oftmals problemlos (bspw. bei Arbeitslosigkeit) möglich, sogar erlaubt & hat keinerlei Nachteile für dich. Am Besten immer vorher mit der Stelle abklären, die dir Geld zahlt, ob du dadurch an anderer Stelle finanzielle Einbußen zu befürchten hast.

Staatliche Unterstützung

Arbeitslosengeld und Hartz IV sind sicherlich die bekanntesten Unterstützungen. Kennst du auch die Grundsicherung? Vor ein paar Jahren ist eine Freundin mit sehr geringem Einkommen erkrankt & musste einen Kredit aufnehmen, um ihr tägliches Leben zu bestreiten. Sie wusste leider nicht von anderen staatlichen Hilfen, wie eben der Grundsicherung.

Gerade in nationalen oder globalen Krisensituationen (bspw. Corona) gibt es viele staatliche Hilfen, die geschaffen oder angepasst werden. Da sich die Unterstützungen regelmäßig ändern, gehe ich nicht weiter drauf ein & empfehle dir in diese Richtung zu recherchieren/zu suchen.

Finanzübersicht

Wenn du dir einen Überblick über deine Finanzen verschaffen willst, empfehle ich dir eine Finanzübersicht zu erstellen. Schreibe dir nach Kategorien auf wie viel Geld du ausgibst. Nimm dir dafür die Kontoauszüge der letzten 2 – 3 Monate (die Kontoauszüge aller Konten) vor & addiere alles grob zusammen.

Wenn du 1500 Euro verdienst & am Monatsende immer 0 auf dem Konto hast, dann sollten in deiner Finanzübersicht 1500 Euro ausgaben aufgeschlüsselt sein. Das ist der Quercheck, ob das, was du notiert & berechnet hast, Sinn macht. Denn wenn du nur 1300 Euro an Ausgaben notiert hast, aber dennoch nie Geld übrig bleibt, dann hast du etwas vergessen.

Mit der Übersicht kannst du noch einmal die Punkte von oben & die einzelnen Ausgaben durchgehen.

  • Schaue dir zuerst die großen Beträge an, dann die kleineren.
  • Was kannst du reduzieren?
  • Und wo kannst du noch Geld hervorzaubern?

Bleib stark! Du wirst die finanzielle Notlage überstehen – ich glaub an dich!

Alles Liebe
Nadine

Hinweis: Ich ersetze keine Rechtsberatung. Alle Angaben ohne Gewähr. Mein Ziel ist es, scheinbar komplexe Dinge einfach zu erklären.

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Hallo, ich bin Nadine! Mehr als 10 Jahre habe ich Prozesse in Finanz-/Controlling-Abteilungen internationaler Unternehmen optimiert. Danach habe ich Entspannte Ordnung® gegründet & das System des Master-Ordners entwickelt. Mit dem System kann jeder selbständig seinen Papierkram sowie digitalen Papierkram in seinem Tempo organisieren. Das System ist für jedermann, einfach & intuitiv.

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