Nadine Hirte organisiert & optimiert die Buchhaltung & den (digitalen) Papierkram
in Unternehmen, bei Privatpersonen & Geschäftsleuten.

(Lesezeit: 3 Minuten )

Hast du schon einige Jahre gearbeitet & bist gerade dabei dich selbständig zu machen? Dann geht es dir wie es mir ging. Sicherlich fragst du dich auch, ob du als Selbständiger in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen musst. Die Antwort ist vielleicht! Es ist gut sich die folgenden 3 Punkte anzuschauen. Bevor du dir das überlegst, ein wichtiger Hinweis vorab. Als Pflichtversicherter musst du dich innerhalb von 3 Monaten nach Beginn deiner Selbständigkeit mit der Rentenkasse in Verbindung setzen. Doch wer ist ein Pflichtversicherter? Ich war überwältigt von den vielen Optionen und wenig klaren Aussagen zu dem Thema. Bis dahin hatte mein Arbeitgeber immer automatisch für mich in die Rentenkasse eingezahlt. Ich habe mir nie Gedanken gemacht, weder über die Höhe der Zahlung, über die gesammelten Ansprüche oder die Leistungen der Rentenkasse. Mir war weder bewusst, wie hoch mein Rentenanspruch ist, noch wie sich die Rente berechnet und welche Leistungen die Rentenkasse bietet. Ich wusste nichts von alle dem und einiges war auch nicht so einfach in Erfahrung zu bringen. Ich habe während der Zeit viel gelernt & hoffe dir zu etwas Klarheit zu verhelfen. Und nun zu dir! Unabhängig davon welcher Rentenkasse du zugeordnet bist, zentraler Ansprechpartner und Internetpräsenz ist für jeden die DRV – Deutsche Rentenversicherung. Unter dem Artikel findest du die Zusammenfassung und wichtige Links.

Schritt 1: Musst du dich pflichtversichern?

Die erste Frage, die es zu beantworten gilt, ist ob du als Selbständiger überhaupt die Wahl hast einzuzahlen oder nicht. Es gibt sogenannte schutzbedürftige Berufe und Arbeiten, die einem Angestelltenverhältnis entsprechen (sogenannte Scheinselbständigkeit). Diese Gruppen haben keine Wahl. Sie müssen einzahlen. Zusätzlich empfehle ich dir einen Termin mit der Rentenkasse zu vereinbaren. Es gibt zu viele Optionen, Zahlungsmöglichkeiten & Befreiungen, als dass das Wissen Pflichtversicherung ausreicht. Ich habe kürzlich von einer selbständigen Frau hier in Berlin gehört, die als Pflichtversicherte jahrelang nicht eingezahlt hatte. Daraufhin hat sie ein sehr hohe, fast unbezahlbare Nachforderung erhalten. Gehörst du nicht zu den pflichtversicherten Gruppen, hast du die Wahl dich freiwillig zu versichern bzw. eine Pflichtversicherung zu beantragen. Um diese Entscheidung zu treffen, solltest du vorher einen genauen Blick in dein Rentenkonto werfen.

Schritt 2: Kläre dein Rentenkonto

Jährliche Rentenauskunft Jährlich bekommst du von der Rentenkasse eine Übersicht mit dem aktuellen Status deines Rentenkontos. In dem Schreiben findest du zwei wichtige Zahlen. Zum einen die Höhe der Erwerbsminderungsrente und zum anderen die gesammelten Punkte für deine Altersrente bzw. die Schätzung deiner Altersrente. Lückenauskunft Wenn du dein Rentenkonto noch nicht geklärt hast, wird es Lücken aufweisen. Fordere dir eine Lückenauskunft an. Erst mit einem vollständigen Versicherungsverlauf – weißt du mit Sicherheit welchen Anspruch du bis heute gesammelt hast. Ich habe in dem Rahmen 2 weitere Artikel veröffentlicht, die dich auch interessieren könnten.

Schritt 3: Was willst du?

Was ist dein Ziel? Möchtest du weitere Rentenansprüche, d.h. eine höhere Rente ansparen oder möchtest du die Erwerbsminderungsrente nicht verlieren. Die Rente ist nicht nur Altersrente. Die gesetzliche Rentenversicherung hat mehrere Komponenten. Neben der Altersrente gibt es noch die Erwerbsminderungsrente und Leistungen wie bspw. Reha, Witwenrente etc. Die Erwerbsminderungsrente wird bei längeren Krankheiten wichtig, dann wenn die Krankenkasse nicht mehr in der Zahlungspflicht steht. Es ist quasi das Pendant zur Berufsunfähigkeitsversicherung. Wenn du deinen Rentenanspruch erhöhen möchtest, ist es wichtig zu wissen wie viele Punkte du bisher gesammelt hast (siehe Schritt 2) und wie viele Punkte du gerne noch ansparen würdest. Gerade am Anfang der Selbständigkeit ist es für die Meisten nicht möglich die Kosten für die Altersvorsorge aufzubringen. Es gibt verschiedene Zahlvarianten und auch die Möglichkeit der Befreiung für einige Jahre. Befreiung ohne den Anspruch auf die bisher gesammelten Ansprüche zu verlieren. Es lohnt sich in jedem Fall, nachdem du die Dinge oben geklärt hast einen Termin mit der Rentenkasse zu machen und sich beraten zu lassen. 

Zusammenfassung & Links

Schritt 1: 
  • Pflichtversicherung (Broschüre DRV) – ja / nein
  • Oder hast du die Wahl: Freiwillig versichert (mit der Option: Pflichtversicherung auf Antrag)
Schritt 2:
  • Rentenkonto klären (Lückenauskunft anfordern)
  • Danach erhältst du die aktuellen Beträge für:
    • Erwerbsminderungsrente: …. Euro
    • Rentenpunkte: …. (1 Punkt ~ 30 Euro monatliche Bruttorente)
Schritt 3: Optionen – Was willst du?
  • Zahl-Pause oder gar nicht mehr einzahlen?
  • Deine Ansprüche behalten?
  • Welche Ansprüche? Altersrente, Erwerbsminderungsrente, andere Leistungen
  • Deine Altersrente ansparen & erhöhen?
  • Wie viel kannst und möchtest du monatlich investieren?
Du kannst von ~80 Euro bis ~14.000 Euro im Jahr einzahlen. Je nachdem, ob du einzahlen musst oder willst. ~14.000 Euro entspricht 2 Rentenpunkte und damit ~60 Euro monatlicher Rente. Wie gesagt, es gibt unzählige Optionen. Wenn du jedoch die 3 Punkte beachtest, hast du die Rahmenbedingungen für dein Gespräch mit der Rentenkasse, welches aus meiner Sicht unumgänglich ist. Denk an die 3-Monats-Frist! Termine können bequem online gebucht werden: https://www.eservice-drv.de/eTermin/dsire/step0.jsp Entspannte Grüße & viel Erfolg für deine Selbständigkeit Nadine

Hinweis: Ich bin weder Rechtsberater noch Angestellter bei der Rentenkasse. Mein Ziel ist es, scheinbar komplexe Dinge einfach zu erklären, sodass du das nötige Grundwissen hast, um mit der Rentenkasse, Krankenkasse, dem Versicherungsmakler etc. auf Augenhöhe zu sprechen.

Beim Thema Rente steht und fällt alles mit einem geklärten Rentenkonto
& Ordnung in den Rentenunterlagen.

Ordnung im Papierkram

Die Autorin:
Nadine Hirte hat mehr als 10 Jahre Prozesse in Finanz-/Controllingabteilungen internationaler Unternehmen optimiert. Seitdem berät sie Privatpersonen, Geschäftsleute & Start-Ups zu Papierkram- & Buchhaltungsfragen. Sie weiß, dass eine einfache Grundordnung (auch digital) viel Zeit & Geld spart. Gerade in Krisensituationen oder im turbulenten Business-Aufbau kommen diese Themen zu kurz. Mit einfachen Mitteln lässt sich der Papierkram & die Buchhaltung bewältigen. Und einfach ist das Stichwort. Denn das beste System ist immer das einfache!

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