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[Autorin: Nadine Hirte]

Ist Papierkram Minimalismus möglich? Sprich, so wenig Papierkram wie möglich zu besitzen? Ja, es ist möglich & es hat nichts mit der Digitalisierung von Unterlagen zu tun. Hier sind meine 3 Tipps für dich.

Minimalismus im Papierkram

#1 Verträge reduzieren bzw. anpassen

Jedes Abo, jede Mitgliedschaft und jeder Vertrag erzeugt Papierkram bzw. administrativen Aufwand. Wer sich hier einen Überblick verschafft & alles auf das Nötigste reduziert, reduziert automatisch auch seinen Papierkram.

Helfen kann dabei die kostenlose Checkliste „Finanzen im Blick – Haushaltsbuch„. Dort trägst du die Ausgaben des Monats ein & gehst deine Kontoauszüge Abbuchung für Abbuchung durch. Und bei jedem weiteren Vertrag überlege dir einfach gut, ob er wirklich nötig ist.

Gegebenenfalls hast du auch Mikrokredite mit sehr kleinen monatlichen Raten, die du abzahlen könntest. Wenn du das machst, hättest du einen Vorgang weniger. Genauso ist es mit Leasing-Verträgen. Bei Kleinkrediten & kleinen Leasingverträgen (bspw. für einen Laptop) steht gerade aus Minimalismus-Sicht immer die Frage im Raum, ob sich der administrative Aufwand lohnt. Bei einer Einmal-Zahlung hast du eine Rechnung – fertig. Bei Leasing/Krediten hast du bis zum Ende der Laufzeit damit zu tun.

Gerade bei regelmäßigen Zahlungen bin ich komplett auf das SEPA-Lastschriftmandat umgestiegen. Mir ist es lieber, dass die Beträge automatisch abgebucht werden. So muss ich mich nicht weiter darum kümmern. Dafür kontrolliere ich 1x pro Woche die Bankbewegungen aller Konten mit einem Multibanking-Tool, sodass ich sicher sein kann, dass nichts fälschlicherweise abgebucht wird.

Im Business habe ich viele Zahlungen von Monats- auf Jahreszahlungen umgestellt. Das reduziert die Belege pro Vertrag von 12 auf 1. Das heißt aber auch, dass ich für die Jahreszahlungen Rücklagen bilden muss.

Minimalismus im Papierkram ist keine Challenge, sondern ein Lebensstil.

Nadine Hirte

#2 Unterlagen aussortieren

Punkt #2 ist alle vorhandenen Unterlagen durchzugehen & entsprechend der Aufbewahrungsfristen auszusortieren. Die Telefonrechnung von Mai 2008 kann mehr als ein Jahrzehnt später sicherlich weg. Und die Stromrechnungen der letzten 4 Jahre aufzubewahren, um vielleicht irgendwann einmal einen Preis- oder Verbrauchsvergleich zu machen, ist vielleicht auch unnötig. Wenn nicht, dann mache den Vergleich gleich jetzt & werfe die Unterlagen anschließend weg.

Wenn dir beim Aussortieren weitere Verträge auffallen, die überflüssig sind, dann kündige auch diese.

#3 Schriftverkehr/Post reduzieren

Wir haben Verträge & die damit eingehende Post reduziert sowie bestehenden Papierkram aussortiert. Aber was ist mit kostenlosen Katalogen, Prospekten, etc. die im Briefkasten stecken & nicht gelesen werden? Am besten abbestellen, wenn sie direkt addressiert sind & gleichzeitig einen Aufkleber am Briefkasten mit „Keine Werbung“ anbringen.

Heutzutage kommen Informationen zu Verträgen oder anderen Papierkramthemen v.a. per E-Mail. Genau wie bei Katalogen & Prospekten rate ich Newsletter & Informationsmails abzubestellen, wenn diese unnötig oder ungelesen sind. Und genauso wie du deinen Briefkasten am Haus täglich leerst und sauber hältst, solltest du auch deine digitalen Briefkästen (alle E-Mails, SMS, WhatsApp & andere Messenger) sauber halten. D.h.: Öffnen, lesen & bearbeiten (ablegen, beantworten, etc.).

Mehr dazu:
Schnelle Hilfe, wenn dein E-Mail-Postfach voll ist
WhatsApp – Stress lass nach!

Warum Digitalisieren keine Lösung ist

Ich bin großer Fan vom Digitalisieren. Digitalisieren hilft, um von überall auf der Welt auf die Unterlagen zuzugreifen. Und ja, auch der physische (!) Ballast wird reduziert. Es ist jedoch kein Minimalismus im Papierkram. Es ist eine Verlagerung & es ist nicht zu unterschätzen was digitaler Ballast bedeutet. Plus – was digitaler Ballast ohne System an Chaos mit sich bringt.

So habe ich auch nur einen physischen Ordner. Meinen Master-Ordner mit meinen 12 Kategorien. Darin sind nur ein paar Unterlagen, weil ich alle Unterlagen gescannt & im digitalen Master-Ordner abgelegt habe. Damit habe ich meinen Papierkram aber nicht reduziert oder minimalisiert. Ich habe ihn digitalisiert bzw. verlagert. Vom physischen in den digitalen Ordner.

Ich rate jedem erst physisch Ordnung zu schaffen (Ausnahme: E-Mail, s.o.) und dann ins digitale Leben einzutauchen. Wer physisch ein super System für den Papierkram hat, kann das digital übernehmen. (Mein Angebot: Kurs 1 + 2 – Ordnung im Papierkram & der digitalen Ablage)

Minimalismus heißt nicht, etwas vom physischen ins digitale Leben zu übertragen.

Entspannte Grüße
Nadine

Wenn du weitere Unterstützung benötigst, findest du Ordnungsprodukte sowie mein Angebot im Shop:

Hinweis: Ich ersetze keine Rechtsberatung. Alle Angaben ohne Gewähr. Mein Ziel ist es, scheinbar komplexe Dinge einfach zu erklären.

 

Die Autorin:
Nadine Hirte unterstützt mit ihrem System des Master-Ordners Privatpersonen & Unternehmer Ordnung in den Papierkram (auch digital) zu bekommen. Nachdem sie mehr als 10 Jahre Prozesse in Finanz-/Controllingabteilungen internationaler Unternehmen optimiert hat, weiß Nadine, dass eine einfache Grundordnung (auch digital) viel Zeit & Geld spart.

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Minimalismus im Papierkram - 3 Tipps wie es klappt

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